San Vito lo Capo: Klettern auf Sizilien

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Dachkletterei

Sizilien lockt uns im Dezember mit Frühlingstemperaturen um die 18 Grad Celsius und Sonne satt. Im Novembergrau haben wir zu Hause im Topo geblättert, die rot leuchtenden Kletterfelsen bewundert und von glitzernder Sonne auf blauer See geträumt. Angekommen auf San Vito lo Capo hält die schmale Landzunge mit den Kletterfelsen alles, was sie verspricht. Mehr noch: Sie übertrifft unsere Erwartungen.

Rote felsen in der Sonne

Die Felsen leuchten rot in der Sonne.
© Outdoortraum

Klettern direkt am Campingplatz

Kaum auf dem Campingplatz „El Bahira“ angekommen, schlüpfen wir in unsere Klettergurte und müssen einfach Hand an den Fels legen. Es spielt keine Rolle, dass wir seit 16 Stunden auf den Beinen sind. Der Fels befindet sich direkt am Campingplatz und sieht einfach zu verlockend aus. Für Spätkletterer wie uns an diesem Tag werden die Felsen bei einsetzender Dämmerung sogar bis 1 Uhr nachts mit Flutlicht angestrahlt.

Felsen in San Vito lo Capo

Kletterfelsen direkt am Meer in San Vito lo Capo © Outdoortraum

Wir haben zwar einen Mietwagen, um möglichst viele Klettergebiete ansteuern zu können. Wie sich herausstellt, wäre der aber gar nicht nötig gewesen. Rund um den Campingplatz sind so viele Sektoren fußläufig erreichbar, dass man einige Jahre beschäftigt wäre, wollte man alle Routen klettern. Dabei ist stets für alle gesorgt: Vom 4. Bis zum 8. Franzosengrad ist alles da.

Erdbeeren sammeln auf Sizilien

Und das Tolle: Es wimmelt nur so von Erdbeeren. So kennzeichnet unser Kletterführer die besonders lohnenden Touren. Unser Entschluss ist schnell gefasst: Wir werden in diesem Urlaub Erdbeeren sammeln.

Leichte Kletterroute zwischen schweren Touren

Zwischen Routen im 7. Fransonsengrad verläuft hier ein ganz leichter Weg.
© Outdoortraum

Wir beginnen mit einer sagenhaften 4c, die durch eine riesige, 30 Meter hohe, verwinkelte Grotte führt. Kaum zu glauben, dass neben den 7a und 7b so ein leichter Weg durch die Wand führt. Die folgenden Routen bis zum 7. Grad zeigen: Wirklich alle Routen sind schön! Selbst die leichten Wege bieten traumhaften Fels mit so abwechslungsreichen Strukturen und Bewegungsabläufen, dass es ein reiner Genuss ist, hier zu klettern.

Mekka für Hardmover

Strukturierter Felsen

Vielseitige Strukturen an bestem Fels
© Outdoortraum

Weil wir aber nun den Mietwagen einmal haben, wollen wir auch die anderen Felsen kennenlernen, die man zu Fuß nicht mehr erreichen kann. So fahren wir zum Gebiet „Crown of Aragon“. Der überhängende Felsriegel thront hoch über der Straße zum Nachbarort Casteluzzo und ist ein wahres Mekka für Hardmover. Zum Aufwärmen gibt es zwei 6a+ und zwei weitere 6er – ansonsten wird es direkt schwer.

Beim Zustieg sammeln zwei sizilianische Bauern etwas, was nach grünem Spargel aussieht. In der Ferne blöken ein paar Schafe und die Hunde aus dem nicht weit entfernten Ort begleiten unsere Sinterkletterei mit Gekläff. Ansonsten herrscht Ruhe.

Die Sonne geht unter.

Sonnenuntergang über der Bucht
© Outdoortraum

Wir verausgaben uns an Tufas, Löchern und herrlichem Fels, bis die Finger streiken. Zwischendurch genießen wir immer wieder den Blick über die geschwungene Bucht von San Vito lo Capo: eine Aussicht, die uns alles andere vergessen lässt.

Klettertipps für San Vito lo Capo

In den kommenden Tagen klappern wir noch einige Sektoren ab, ohne nur annähernd die Hälfte der Kletterfelsen rund um San Vito lo Capo gesehen zu haben. Zehn Tage Sizilien sind eindeutig zu kurz.

Kompakte felsstrukturen

Kompakter Fels im Sektor „Bunker“

Zwei Sektoren möchte ich neben den genannten noch hervorheben:
„Bunker“: leichte Kletterei direkt am Meer in kompaktem, gutgriffigem Fels. Die Routen sind oft lang (30 Meter) und eher senkrecht als überhängend.
„Never Sleeping Wall“: senkrechte bis leicht überhängende, lange Sinterkletterei in allen Schwierigkeitsgraden

Am Ende unseres zehntägigen Trips haben wir viele Erdbeeren gesammelt und für uns steht fest: Wir kommen wieder!

Tolle Kletterei

Tolle Bewegungen an dicken Sintern
© Outdoortraum


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