#FreitagsFrage: Wie unterwegs das Zelt reparieren?

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Das Zelt ist das Zuhause auf Reisen, der Unterschlupf, der Regenschutz, die Zuflucht vor den Unbillen der Natur. Die dünne Zeltplane gibt ein Gefühl der Sicherheit. Das ist vielleicht irrational. Wer sich mit seinem Zelt aber mal in einer Herde von nachtaktiven Nilpferden wiedergefunden hat, der weiß, wovon ich spreche. Zu dumm also, wenn diese handliche Heimat unterwegs kaputt geht! Was tun? Wie kann man unterwegs das Zelt reparieren?

Feuchtigkeit im Zelt

Besonders häufiges Problem: Feuchtigkeit im Zelt. Das ist nicht schön, da Dinge nass werden können. Besonders nasse Schlafsäcke sind unangenehm, auch wenn die modernen Modelle auch in diesem Zustand isolieren.

© Michael Heimann_pixelio.de

Kondenswasser
Bevor jedoch Panik um sich greift, solltet ihr erst einmal prüfen, ob die Feuchtigkeit wirklich von außen kommt. In sehr vielen Fällen handelt es sich nämlich um Kondenswasser. Das entsteht in warmem Klima durch die Atmung. Deshalb versucht in der nächsten Nacht, für mehr Belüftung zu sorgen. Im Idealfall habt ihr mindestens zwei Belüftungspunkte geöffnet.

Außerdem solltet ihr das Zelt tagsüber bei warmen Temperaturen geschlossen halten, feuchte Dinge nicht mit ins Zelt nehmen und nicht im Zelt kochen. All das sind nämlich Faktoren, die die Bildung von Kondenswasser im Zelt verstärken.

Genau: Nasse Sachen bleiben draußen. © resa_pixelio.de

Löcher
Sollte es sich aber nicht um Kondenswasser handeln, könntet ihr ein Loch im Zelt haben. Sehr oft befindet sich das im Zeltboden. Vielleicht hat sich ein scharfer Stein durch die Plane gebohrt oder eine Glasscherbe hat einen Riss geschnitten. Aber natürlich kann auch ein spitzer Ast ein Loch in die Zeltwand gestochen haben. Ihr müsst jedenfalls suchen. Habt ihr die Stelle gefunden, könnt ihr sie notdürftig mit Tape von beiden Seiten überkleben. Das ist natürlich keine dauerhafte Lösung, aber fürs Erste könnt ihr so euer Zelt reparieren.

Loch im Zelt? Da hilft nur suchen. © nimkenja_pixelio.de

Undichte Nähte
Eine häufige Schwachstelle bei Zelten sind die Nähte. Oft sind sie beim Kauf noch nicht vollständig isoliert. Dann wird eine Art Klebstoff mitgeliefert, den man beim ersten Aufbau auf die Nähte auftragen soll. Hat man das vergessen, sind die Nähte undicht und lassen Feuchtigkeit durch. Aber auch isolierte Nähte werden mit der Zeit altersschwach. Beim Fachhändler kann man die Nähte neu imprägnieren lassen oder sich selbst das Material besorgen.

Bei undichten Nähten innen oder außen muss man das Zelt reparieren. Am besten mit entsprechendem Material vom Händler. © magicpen/pixelio.de

Mein Tipp: Ihr solltet das Imprägniermaterial auf Reisen immer dabei haben. Dann könnt ihr schnell handeln und damit bei Bedarf euer Zelt reparieren. Man könnte natürlich auch irgendetwas anderes auf die Nähte schmieren und sie damit versiegeln. So habe ich schon Camper beobachtet, die in ihrer Verzweiflung Nagellack auf die Nähte gestrichen haben. Das mag eine Weile gut gehen. Das Problem ist, dass euer Zelt danach wahrscheinlich ganz kaputt ist. Denn die Zeltwand ist nach der Behandlung mit Nagellack oder anderen Klebstoffen angegriffen. Es ist nicht garantiert, dass ihr später noch erfolgreich das richtige Imprägniermittel auftragen und euer Zelt reparieren könnt.

Altersschwache Zeltplane

Bei älteren Zelten lässt die Imprägnierung insgesamt nach. Manchmal kann der Fachhändler noch helfen und nachbessern. Manchmal hilft aber einfach nichts mehr und ein neues Zelt muss her. Doof nur, wenn ihr das erst im Urlaub merkt und euch dort kein neues Zelt kaufen könnt. Da ist Improvisationstalent gefragt. Klar ist: Komfortabel wird das nicht, aber immerhin müsst ihr den Urlaub nicht abbrechen. Ihr könnt euch für kleines Geld im Baumarkt Planen für Baustellen kaufen. Die haben eingewebte Metallösen. Die Planen könnt ihr unter das Zelt legen, um so die Bodenfeuchtigkeit etwas abzuwehren. Und ihr spannt eine dieser Planen über das Zelt, um Regen oder Morgendunst abzuhalten. Dank der Metallösen, könnt ihr die ganz gut an Bäumen etc. festmachen. Solltet ihr an so etwas nicht herankommen, müsst ihr mit Plastiktüten und viel Klebeband noch mehr improvisieren. Das sieht nicht toll aus und ist auch nicht toll. Aber wie gesagt: Ihr müsst nicht ins Hotel und auch nicht zurück nach Hause.

Gebrochene Zeltstangen

Nach einer stürmischen Nacht kann selbst ein noch so elastisches Gestänge mal nachgeben. Zu blöd, wenn die Zeltstange bricht. Wer richtig gut vorbereitet ist, hat eine Reparaturhülse dabei. Oft wird die sogar mit dem Zelt mitgeliefert. Die könnt ihr über die Bruchstelle schieben. Zurück zu Hause könnt ihr die gebrochene Stange bei Bedarf dann ganz ersetzen und so das Zelt reparieren.

Da hilft wohl kein Kleben mehr – die Stangen sind kaputt. © Joerg Trampert/pixelio.de

Habt ihr so eine Hülse nicht zur Hand, könnt ihr wieder zum Tape greifen. Das ist natürlich nicht so stabil, ist aber besser als nichts. Je nach Modell könnt ihr die Stange zusätzlich mit Stöcken schienen – ganz so wie bei einem Knochenbruch. Das gibt etwas mehr Stabilität als das Tape allein. Ihr könnt das Gestänge übrigens auch noch durch ein sauberes Abspannen der Zeltplane entlasten.

MacGyver schläft im Zelt

Ein kaputtes Zelt im Urlaub ist doof, aber wie ihr seht, muss es nicht das Ende der Reise bedeuten. Wenn ihr im Geiste Schwestern und Brüder von MacGyver seid, wird euch wie ihm eine Lösung einfallen. Ihr werdet euer Zelt reparieren. Als Camper seid ihr ohnehin an Entbehrungen gewöhnt und könnt nach so einer Aktion tolle Geschichten erzählen. Der Ritterschlag anderer Camper und die Bewunderung von Nicht-Zeltern sind euch dann gewiss. Und das entschädigt doch für so manches, oder nicht? Übrigens: Andere interessante Tipps findet ihr auch im Buch „Camping nicht nur für Anfänger“.

Beitragsbild zum Artikel: Dietmar Meinert/pixelio.de


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