Öko-Tourismus und Bio-Klettern in der Provence

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Klettern ist ein Natursport und Natursportler tragen Verantwortung. Der Müll sollte nicht liegen gelassen werden, man sollte Privatgrundstücke achten und sich angemessen in der Natur bewegen. Die meisten Felssportler wissen und beherzigen das, aber natürlich gibt es schwarze Schafe.
Das Problem ist die steigende Zahl an Kletterern. Die Notdurft hinterm Baum verrichtet und verbuddelt – das fällt bei einem Kletterer nicht auf. Bei Hunderten aber schon. Bauern, Förster, Naturschützer und Einheimische stört die Verschmutzung und Bevölkerung ihrer Natur verständlicherweise. Es gibt einige Beispiele für Felssperrungen und Kletterverbote (etwa in der Eifel, beschrieben hier). Die Natur sollte dem Menschen aber nicht vorenthalten werden. Was ist also zu tun?

Die kleine Gemeinde Correns in der Provence in Frankreich hat eine vorbildliche Lösung gefunden, die vielleicht auch in Deutschland funktionieren könnte. Correns hat nur etwa 900 Einwohner und ist das erste Bio-Dorf Frankreichs. In den umliegenden Weinbergen wird Bio-Wein angebaut und in einer Kooperative gekeltert, auf den Feldern wird Bio-Obst und Bio-Gemüse angebaut und auch sonst bemüht man sich sehr um die Öko-Bilanz. Und: Correns wirbt mit seiner Natur und den fantastischen Freizeitmöglichkeiten – allen voran das Klettern!

Der löchrige Kalk mit gut eingerichteten Routen lässt Kletterherzen höher schlagen. ©textwelten

Der löchrige Kalk mit gut eingerichteten Routen lässt Kletterherzen höher schlagen.
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Das für seinen wunderschönen Kalk bekannte Klettergebiet Châteauvert existiert schon geraume Zeit, neu erschlossen wird dort jedoch noch immer. Da es attraktive Touren in allen Schwierigkeitsgraden gibt, ist hier immer viel los. Und das bei einer Lage mitten im Naturschutzgebiet!

Die Kommune hat die Kletterer offensichtlich als Wirtschaftsfaktor für sich entdeckt und lockt mit immer neuen Topos. Dem Naturschutz wird sie gleichzeitig gerecht, indem die entsprechende Infrastruktur geschaffen wird. So ist das Übernachten auf den umliegenden Parkplätzen verboten. Die Polizei kontrolliert das auch regelmäßig. Der nahegelegene „Camping Municipal“ bietet jedoch eine sehr kostengünstige Alternative.

Verbotsschild mit Verweis auf den ganzjährig geöffneten Campingsplatz ©textwelten

Verbotsschild mit Verweis auf den ganzjährig geöffneten Campingsplatz
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Befestigter Zustieg zum Fels

Befestigter Zustieg zum Fels

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An den Zustiegen wurden Komposttoiletten aufgestellt, die auch nicht stinken und regelmäßig gesäubert werden. Um Trampelpfaden vorzubeugen, wurden dann noch gute Zustiegswege eingerichtet. Schließlich wird derzeit über einen billigen Shuttle-Bus oder günstige Leihfahrräder nachgedacht, um das Parkplatzproblem zu beheben. Rund um das Gebiet gibt es übrigens Sperrzonen, in denen nicht geklettert werden darf.

Insgesamt eine beeindruckende Lösung: Die Kommune profitiert von den Kletterern, die Kletterer profitieren vom Fels und der tollen Infrastruktur und die Natur wird geschützt. Manchmal ist öko gar nicht so schwierig und alle gewinnen!

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