Türkisches Klettergebiet in Not: Save Geyikbayiri!

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Die Türkei ist ein vergleichsweise junges Kletterland. Als sich vor knapp 15 Jahren die ersten Erschließer daran machten, Sportkletterrouten in den herrlichen Fels um Geyikbayiri einzurichten, erlangte das türkische Klettergebiet am Fuße des Taurus schnell Weltruhm. Das Potenzial ist riesig, das Angebot an Routen wächst. Mittlerweile ist Geyikbayiri mit Abstand das bedeutendste und größte Klettergebiet der Türkei und eine beliebte Kletterdestination in Europa. Jedes Jahr kommen Tausende von Kletterbegeisterten hierher, um an den vielfältigen Kalkfelsen mit den tollen Sinterstrukturen zu klettern.

Schon im Februar kann man hier in schönster Frühlingssonne am Traumfels klettern.
© Outdoortraum

Klettertouristen sind willkommen

Für die einfach lebende Landbevölkerung ist der Tourismus ein Segen. Zwar liegt Geyikbayiri nur etwa 25 Kilometer von der Tourismushochburg Antalya entfernt. Ein gut und günstig zu erreichender Flughafen liegt also in der Nähe des Klettergebiets. Außer den felsverliebten Vertikalsportlern verirrt sich jedoch kaum jemand hierher. Der Klettertourismus ist eine willkommene Einnahmequelle.

Kalksteinabbau würde das Aus für Geyikbayiri bedeuten. © textwelten

Kalksteinabbau würde das Aus für Geyikbayiri bedeuten.
© Outdoortraum

Geyikbayiri ist bedroht

Geyikbayiri ist nun jedoch bedroht. Die türkische Regierung hat einer Steinbruchfirma die Erlaubnis erteilt, mitten im Klettergebiet Kalkstein abzubauen. Wird das Vorhaben in die Tat umgesetzt, dann sind die Tage der Klettergärten in Geyikbayiri gezählt.

Das ist nicht nur für die Kletterwelt ein herber Verlust: Die Einheimischen verlieren eine wichtige Einnahmequelle. Vor allem aber wird die wunderschöne Natur mit ihrer alpinen Pflanzenvielfalt zerstört.

Vom Klettergebiet aus sieht man die Ausläufer des Taurus und das Tal hinab bis zum Meer. © textwelten

Vom Klettergebiet aus sieht man die Ausläufer des Taurus und das Tal hinab bis zum Meer.
© Outdoortraum

Online-Petition

Um den Kalkabbau zu verhindern, haben Einheimische eine Online-Petition ins Leben gerufen. Darin wird das zuständige Ministerium über die Vorgänge in Kenntnis gesetzt und die Bedeutung des Gebietes für die Einheimischen, die Kletterer und die Natur erklärt. Das Ziel ist die Rücknahme der Abbaugenehmigung. Der vollständige Text ist hier zu finden. Dort kann man auch direkt unterzeichnen. Außerdem gibt es noch eine facebook-Seite namens Save Geyikbayiri, auf der man sich über die Vorgänge im Klettergebiet informieren kann.

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