Ueli Steck in „Speed. Der schnellste Mann am Berg“

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Der Schweizer Bergsteiger Ueli Steck sieht ein bisschen aus wie ein frecher Junge, wenn er im Interview mit blitzenden Augen von seinen Abenteuern erzählt und sich dabei durch sein verstrubbeltes Haar fährt. Vielleicht ist es kindlicher Entdeckergeist, der ihn antreibt. Vielleicht aber auch eine Sucht. Der Film „Speed. Der schnellste Mann am Berg“ erzählt seine Geschichte. Dabei wird klar: Auch wenn Neugier den schnellen Schweizer antreibt, auch wenn er spitzbübisch aussieht – wenn es um seine Projekte geht, ist es Steck immer todernst.

Schneller Schweizer Ueli Steck

Ueli Steck ist ein Ausnahmebergsteiger. Seine Paradedisziplin ist das Speed-Klettern. In irrer Geschwindigkeit rast er kletternd die Berge hoch – immer auf der Suche nach einem Rekord. Dafür gewinnt er gern berühmte Seilpartner wie zum Beispiel Alex Honnold, mit dem er gemeinsam den Geschwindigkeitsrekord in der Nose im Yosemite-Nationalpark knacken wollte. Das Kamerateam begleitet die beiden Kletterer bei ihrem Versuch und schildert dabei spannend, wie erschreckend wenige Sicherungspunkte gelegt werden, um beim Rekordversuch keine Zeit zu verlieren. Ganz nah dran ist man als Zuschauer, als das Schreckliche geschieht: Steck rutscht im Vorstieg aus und stürzt 25 Meter in die Tiefe. Er hat Glück: Außer ein paar Schürfwunden und einem Schock stößt ihm nichts zu. Aber der Rekord in der Nose bleibt ihm und Honnold verwehrt.

Kein Raum für Angst

Das hält Steck aber nicht davon ab weiterzumachen. Die Nose schreibt er zwar erst einmal ab. Dafür wendet er sich seinem Hausberg zu, dem Eiger. Hier will er nicht nur als schnellster Mann zum Gipfel, das ist ihm zu wenig. Er will den Eiger solo begehen. Die Eiger-Nordwand im Speed-Solo. Das klingt nicht nur todesmutig, das klingt schon fast todesverliebt. Im Film wird jedoch sehr deutlich, dass Steck sein Leben liebt. Aber er braucht stets neue Herausforderungen, einen neuen Kitzel. Darauf bereitet er sich dann akribisch vor. Für die Solo-Speed-Begehung der Eiger-Nordwand trainiert er ein ganzes Jahr lang und folgt dabei einem genauen Trainingsplan. Als es schließlich so weit ist, sitzt jeder Handgriff. „Wenn ich da oben klettere, dann ist da kein Raum für Angst. Da ist immer nur der nächste Griff und der nächste Tritt.“ Über einen Absturz denkt Steck beim Klettern nicht nach. Am 13. Februar 2008 schafft Steck schließlich das Unfassbare: Mit 2:47 Stunden ist er der schnellste Mann am Eiger.

Marketing-Profi in eigener Sache

Dieser spannende Kletterfilm mit tollen Bildern zeigt Steck aber nicht nur am Berg. Er schaut auch hinter die Kulissen. Wie finanziert sich Steck? Wie schafft er das alles? Steck ist Vollzeit-Bergsteiger. Nur so kann er sich voll auf seine gewagten Abenteuer konzentrieren und die Trainingszeit aufbringen, die er braucht. Das Geld zum Leben verdient er durch Sponsoring. Einen sehr großen Teil seiner Zeit verwendet er auf das Marketing in eigener Sache. Er besucht Messen, hält Vorträge, schreibt Bücher – und achtet darauf, dass er mit neuen, aufsehenerregenden Projekten interessant bleibt. Dieser Aspekt wird selten in Filmen gezeigt, gehört aber unweigerlich dazu, will man als Kletterprofi im großen Zirkus mitspielen.
Der Film ist zwar schon von 2011, aber immer noch sehr sehenswert. Er bringt dem Zuschauer die Person Ueli Steck näher, und beschreibt, was ihn antreibt. Die Kletterbilder sind toll und die Projekte atemberaubend. Anschauen!


Mehr Infos zu Ueli Steck und zum Film gibt es hier: www.uelisteck.ch und https://www.amazon.de/National-Geographic-Speed-Ueli-Steck/dp/B00ERY7YYK

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