Kleine Spurensuche: Woher kommt das Wort Toilette?

Wir gehen täglich hin, gar mehrfach, und haben doch kein deutsches Wort dafür: die Toilette. Oder haben wir doch eines? Am 19. November ist Welt-Toiletten-Tag und ich nutze das für eine Spurensuche. Woher kommt das Wort Toilette?

Französische Eleganz am stillen Ort

Die Wortendung -ette verrät es bereits: Das Wort Toilette stammt aus dem Französischen. Ebenso wie im Deutschen meint es dort die Körperpflege im Allgemeinen und insbesondere das Frisieren und Kleiden für festliche Anlässe. In diesem Sinne hat es um 1700 Einzug ins Deutsche gehalten.

Interessant ist das Wort auch, wenn man sich die genauere Etymologie anschaut. Es hat seinen Ursprung im altfranzösischen „toile“, was so viel wie „Gewebe“ oder „Tuch“ bedeutet. In so einen Stoff wurden nämlich die guten Kleider und Frisierutensilien eingeschlagen, bevor es entsprechende Möbelstücke gab.

Mit Aufkommen des Frisiertisches, auf Französisch „table de toilette“, und dem daraus entstehenden Frisierzimmer, dem „cabinet de toilette“, beginnt die Karriere des Wortes Toilette für den Ort, an dem wir unser Geschäft verrichten. Im Französischen wurde aus dem „cabinet de toilette“ kurz das „cabinet“, an dem man sich erleichtern kann. Die Deutschen hingegen wählten den Schlussteil des Wortes und sagten fortan Toilette. So ist es seit dem 19. Jahrhundert im Deutschen gebräuchlich.

Internationale Geschäfte

Weit verbreitet ist auch das Wort Klosett im Deutschen. Es stammt aus dem Englischen und ist eine Kurzform von „water closet“. Es beschreibt den kleinen Raum, das „closet“, in dem Wasser fließt. Auch dieser Begriff bürgerte sich im 19. Jahrhundert in Deutschland ein.

Was gab es vor der Toilette?

Nun mag das Wort für den stillen Ort aus dem Ausland stammen. Den Ort selbst gab es in Deutschland jedoch vorher schon. Doch was sagte man früher? Was sagt man noch heute? Welche Wörter gibt es noch für die vornehme, französische Toilette?

Noch heute üblich, wenn auch nicht mehr ganz so häufig, ist das Wort Abort. Auch Abtritt hört man vereinzelt, jedoch eher selten. Beide Begriffe stammen aus dem Althochdeutschen.

Daneben gibt es noch viele andere Wörter, die ganz verschiedene Klangfarben und Stilebenen markieren. Manche kommen nur regional vor, zum Beispiel das „Häusl“, andere bezeichnen bestimmte Arten von stillen Orten, etwa die „Latrine“.

Welche Begriffe kennen Sie für das WC? Verraten Sie es mir im Kommentar!

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