Kennen Sie diese verlockenden Versprechen, die zu schön sind, um wahr zu sein? Lockangebote im Geschäft, heiße Liebesschwüre samt strahlender Zukunft nach kürzester Zeit oder viele Ankündigungen von Politiker*innen vor der Wahl? Vermutlich haben Sie sich das Blaue vom Himmel versprechen lassen. Woher diese Redewendung kommt, habe ich mir genauer angesehen.
Unerreichbar schön
Das Blaue vom Himmel versprechen – das klingt romantisch, aber es ist genau das Gegenteil: Dahinter verbergen sich unrealistische und übertriebene Versprechungen, die nicht eingehalten werden können. Mit dem Blau des Himmels wird dieses Verhalten laut Duden in Verbindung gebracht, weil es gleichermaßen schön wie unerreichbar ist. Das Blau des Himmels ist also erstrebenswert, aber man wird es nie haben können. Ebenso wenig wie die Versprechungen, denen wir lauschen.
Rhetorische Luftschlösser
Die Redewendung hat sich spätestens im 18. Jahrhundert im deutschen Sprachraum etabliert und ist bis heute sehr gebräuchlich. Je überzogener und unrealistischer die Ankündigung, desto eher kommt sie zum Einsatz. Jemandem das Blaue vom Himmel versprechen – das verbinden wir mit Werbung, Politik und einem Gefühl von Betrügerei, mindestens aber maßloser Übertreibung.
Übrigens muss sich hinter dem Blau des Himmels nicht immer eine böse Absicht verbergen. Wenn wir das Blaue vom Himmel versprechen, lassen wir uns manchmal auch einfach von unserer eigenen Begeisterung hinreißen und verlieren dabei den Sinn für die Realität. Vielleicht möchten wir auch etwas Eindruck schinden, aber nicht unbedingt täuschen. Wer diese Versprechen hört, behält dennoch einen schalen Beigeschmack. Das Blaue vom Himmel schmeckt selten so gut, wie es klingt.
Über welche Redewendung wüssten Sie gern mehr? Verraten Sie es mir im Kommentar!
Übrigens, wenn Sie mehr über Redewendungen wissen möchten, dann stöbern Sie doch mal in meiner Reihe zu Redewendungen.
