Rezension „Texten können“ von Daniela Rorig

Das Buch hält, was der Titel verspricht: Wer für Unternehmen texten können will, findet hier Antwort auf so ziemlich alle Fragen zum Schreiben, die dabei auftauchen können. Daniela Rorig hat in ihrem gut 460 Seiten starken Buch versammelt, was es zum Schreiben im Marketing braucht. Der Untertitel präzisiert, an wen sich das Buch vor allem richtet: „Das neue Handbuch für Marketer, Texterinnen und Redakteure“. Sie alle müssen texten können, doch auch Autor*innen und Lektor*innen finden hier wertvolle Ratschläge.

Texter*innen nötig trotz KI

Im ersten Teil erklärt sie überzeugend, warum es auch in Zeiten von KI noch Werbetexter*innen braucht. Gute Werbung nämlich kennt die eigene Zielgruppe genau, weiß, wo der Schuh drückt und was die leisen Hoffnungen sind. Punktgenau trifft gute Werbung den Ton, die Bedürfnisse und berührt damit die Menschen. Das kann künstliche Intelligenz nicht leisten, jedenfalls nicht allein ohne einen Menschen, der das Werbemetier beherrscht. Kurz: Man muss texten können, um KI sinnvoll einzusetzen. Rorig stellt ein paar bewährte Textformeln vor, die beim Schreiben Orientierung geben, und demonstriert, wie Storytelling gelingt, damit aus soliden sehr gute Werbetexte werden.

Unverwechselbare Brand Voice

Im zweiten Teil zeigt Rorig, dass sie weiß, wovon sie spricht. Immerhin kann sie auf viele Jahre Erfahrung als Werbetexterin zurückblicken. Sie schildert, was eine gute Markenstimme ausmacht und wie man eine unverwechselbare Tonalität entwickelt. Beides sorgt für Wiedererkennungswert – unschlagbar im Marketing.

Im dritten Teil geht es ums Handwerk. Wie komme ich ins Schreiben? Wie überarbeite ich Texte und wie kann ich KI als Unterstützung im Schreibprozess nutzen? Rorig gibt all diesen Fragen ausreichend Raum und hat nicht nur viele Beispiele parat. Sie gibt auch gute Tipps und sogar Übungen, um das Gelernte direkt auszuprobieren.

Texten können für die Praxis

Teil 4 ist wertvoll für alle, die zur Tat schreiten möchten, denn hier gibt es konkrete Schreibanleitungen. Rorig stellt die wichtigsten Textgattungen vor, die im Marketing relevant sind: Webtexte, Unternehmensdarstellungen, Blog-Postings, Social-Media, E-Mail-Marketing und Anzeigen. Sie analysiert jeweils, was die Textsorte ausmacht und gibt konkrete Tipps für gelungene Texte.

Wer dieses Buch durcharbeitet, wird die eigenen Schreibfähigkeiten verbessern, da bin ich mir ziemlich sicher. Das Kompendium lohnt sich aber auch als Nachschlagewerk, wenn man konkrete Tipps für ein bestimmtes Schreibproblem oder eine Textsorte sucht. „Texten können“ hat das Zeug zum Klassiker des Werbetextens und gehört ins Regal von allen, die fürs Marketing schreiben.

Übrigens: Wenn Sie gerne in Gemeinschaft Texten wollen, vermittle ich das nötige Handwerkszeug in meinen Workshops – mit und ohne KI. Zum Beispiel „So erreichen Sie die Leser: Mit der richtigen Textsorte zum Erfolg“.

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